Therapie der obstruktiven Schlafapnoe


Zur Therapie der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) stehen konservative, apparative und operative Therapieverfahren zur Verfügung. Zur erfolgreichen Therapie kann eine Kombination von mehreren Therapieverfahren erforderlich sein. Ziel einer erfolgreichen Therapie ist es die Symptome als auch die Folge- und Begleiterkrankungen zu vermeiden bzw. zu beheben.


Konservative Therapieverfahren


Gewichtsreduktion: Durch Reduktion des Gewichts auf das Normalgewicht lässt sich der Schweregrad der obstruktiven Schlafapnoe oft wirkungsvoll vermindern. Um einen „Jojoeffekt“ zu vermeiden, der sich dann wieder negativ auf die obstruktive Schlafapnoe auswirkt, sollten Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten lassen, welche Diät und welche Sportart zur Gewichtsreduktion bei Ihnen zu empfehlen ist.

Alkoholkonsum: Bereits kleine Mengen Alkohol vier Stunden vor dem zu Bett gehen verstärken das Schnarchen und die Dauer und die Anzahl der Schlafapnoe.

Rauchen: Ein Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Schlafapnoe ist auf Grund von einigen Forschungsarbeiten zu vermuten, jedoch bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Die fehlende medizinische Evidenz sollte jedoch kein Freibrief für das Rauchen sein.

Vermeidung der Rückenlage: Beim Schlafen in der Rückenlage kommt es oft zu einem vermehrten Zusammenfall der oberen Atemwege. Durch eine Schlafposition z.B. in der Seitenlage lässt sich das Zusammenfallen der oberen Atemwege oft verringern. Ein Lagetraining mit eigenähten Tennisbällen ist nicht ausreichend um die Rückenlage im Schlaf zu verhindern. Einen nachgewiesenen Effekt auf die Vermeidung der Rückenlage haben sogenannte Rückenlageverhinderungswesten. Ob eine solche Maßnahme eine ausreichende Therapie der obstruktiven Schlafapnoe darstellt muss mittels eines Heimschlafuntersuchungsgerätes (Polygraphie) untersucht werden. Eine vermehrte Seitenlage kann die Schlafqualität beeinflussen, z.B. können vermehrte Schmerzen im Bereich der Schultern auftreten. Somit ist auch die Maßnahme der Vermeidung der Rückenlage mittels Rückenlageverhinderungsweste nicht unkritisch zu bewerten.


Operative Verfahren


Bei der leicht- bis mittelgradigen obstruktiven Schlafapnoe kann die operative Therapie das primäre Therapieverfahren sein. Bei der hochgradigen obstruktiven Schlafapnoe sollte zunächst die CPAP-Therapie oä. über einen längeren Zeitraum versucht werden. Wird die CPAP-Therapie zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe nicht toleriert oder versagt, dann müssen operative Verfahren in Betracht gezogen werden. Operationen können Teil eines umfangreichen Behandlungsplanes sein, der unterschiedliche Therapieverfahren vereint, welche sich gegenseitig ergänzen. Prinzipiell gilt je ausgeprägter die Schlafapnoe ist und je höher das Übergewicht, desto geringer die operativen Erfolgsaussichten. Im Folgenden sind typische Operationsverfahren aufgelistet. Über weitere innovative Verfahren beraten wir sie gerne persönlich. Informationen über die neusten internationalen Therapieoptionen, welche oft noch klinische Studien sind, erfahren zu unter Neuigkeiten.


Nasenoperation


Eine gute Nasenatmung ist für die Mehrzahl der Therapieverfahren der OSA wichtig. Nur mit einer guten Nasenatmung kann nachts eine Unterkieferprotusionsschiene toleriert werden. Ist die Nasenatmung schlecht, wird die Bissschiene nachts oft unbewusst aus dem Mund genommen um durch diesen zu Atmen. CPAP Verfahren werden ebenfalls mit einer guten Nasenatmung besser toleriert. Der erforderliche nächtliche CPAP-Druck kann oft gesenkt werden.

Therapeutisch bieten wir Ihnen die die gesamte Breite der operativen Möglichkeiten an. Je nach Ursache und Ausprägung der Nasenatmungsbehinderung legen wir mit Ihnen fest welches Verfahren erforderlich ist z.B. die minimal-invasive Behandlung  der Schwellkörper in der Nase, die sogenannten Nasenmuscheln, in lokaler Betäubung, die Begradigung einer verkrümmten Nasenscheidewand oder die Entfernung von Polypen aus den Nasennebenhöhlen. Die alleinige Operation an der Nase beseitigt keine nächtlichen Atemaussetzer sondern bewirkt, dass Sie besser Luft bekommen und das sich somit die Schlafqualität verbessert.


Minimal-invasive Therapieverfahren


Mittels minimal-invasiver Operationsverfahren am Weichgaumen und Zungengrund, welche unter einer Kurznarkose durchgeführt werden, wird eine mechanische Versteifung des weichen Gaumens und eine Reduktion der überflüssigen Schleimhaut erzielt. Die Operation wird ambulant durchgeführt. Dieses Operationsverfahren ist bei dem leichtgradigen Schlafapnoesyndrom und dem primären Schnarchen indiziert.


Gaumenmandelentfernung und Straffung des weichen Gaumen
(lat. Uvulo-Palato-Pharyngoplastik Abkürzung: UPPP)


Dieses Operationsverfahren besteht aus einer Entfernung der Gaumenmandel und einer Straffung der Schleimhaut des weichen Gaumens. Die Operation wird unter stationären Bedingungen durchgeführt. Von diesem klassischen Operationsverfahren gibt es heutzutage viele Abwandlungen.  Die UPPP wird oft mit anderen operativen Verfahren kombiniert. Über Risiken der Operation und Erfolgsaussichten beraten wir Sie gerne in unserer Praxis.


Weitere Operationsverfahren


Über weitere operative Therapieverfahren zur Behandlung der Schlafapnoe beraten wir Sie gerne persönlich:



  • Implantate im Bereich des Weichgaumens

  • Laserchirurgische Techniken

  • Zungenschrittmacher

  • Hyoidsuspension


Apparative Verfahren


Unterkieferprotusionsschiene: Mit Hilfe einer zweiteiligen Bissschiene, welche nachts eingesetzte wird, wird das nächtliche Zurückfallen des Zungengrundes verhindert. Hierdurch wird der hinter der Zunge befindliche Atemraum vergrößert und die Rachenmuskulatur insgesamt gespannt. Eine Bissschiene eignet sich zur Behandlung des primären Schnarchens und der leicht- bis mittelgradigen Schlafapnoe. Damit eine Bissschiene angepasst werden kann muss eine ausreichende Vorverlagerung des Unterkiefers möglich sein. Eine zweiteilige Testschiene der Firma Tomed können wir aus thermolabilem Material für Sie anpassen. Sie ist kostengünstig und beantwortet die Frage, ob Sie sich vorstellen können mit einer Bissschiene auf Dauer zu schlafen. Eine dauerhafte Bissschiene wird dann vom Zahnarzt oder vom Kieferchirurgen individuell angefertigt und angepasst. Nach erfolgter Anpassung ist eine polygraphische Schlafuntersuchung bei Ihnen zu Hause obligat erforderlich.

nCPAP-Therapie Verfahren der nicht-invasiven Beatmung:  nCPAP ist die Abkürzung für nasal continous positive airway pressure. Die CPAP-Therapie und verwandte Therapieverfahren sind seit Jahren die effektivste  Methode zur Behandlung der mittel- bis hochgradigen Schlafapnoe. Das Prinzip ist folgendes: Raumluft wird von dem CPAP Gerät über einen Schlauch  auf eine Maske im Gesicht übertragen. Der Druck bewirkt, dass die oberen Atemwege offengehalten werden. Je höher der Leidensdruck des Patienten ist (z.B. hoher Atempausenindex, ausgeprägte Tagesmüdigkeit) desto höher ist die Akzeptanz der CPAP-Therapie. Routinemäßig wird heutzutage ein Befeuchter mitverordnet, welcher das Austrocknen der oberen Atemwege verhindern soll. Liegen Probleme der Nasenatmung vor, können diese durch konservative und auch operative HNO-chirurgische Möglichkeiten therapiert werden. Studien haben ergeben das die Langzeitnutzung des CPAP-Gerätes (Nutzungsdauer  über 5 Stunden pro Nacht) bei ca. 60 % der Patienten liegt. Kann ein CPAP-Gerät oder ein anderes Verfahren der nicht-invasiven Beatmung nicht toleriert werden, muss nach anderen Therapieformen (apparativ oder operativ) gesucht werden.

Schnarchtherapie Hamburg

HNO-Facharztzentrum Mundsburg
Lerchenfeld 14
22081 Hamburg

Telefon 040-220 86 86
Telefax 040-220 53 28
info@hnomundsburg.de

Terminvereinbarung

Dr. med. Klaus D. Schultz

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Christian Jost

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

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